Wenn Rückenschmerzen nicht vom Rücken kommen

Wenn Rückenschmerzen nicht vom Rücken kommen

Wenn Rückenschmerzen nicht vom Rücken kommen

In vielen Fällen könnte das sogenannte Iliosakral-Gelenk für Rückenprobleme verantwortlich sein

Das Kreuz mit dem Kreuz: Fast jeder dritte Bundesbürger hat aktuell mit Rückenschmerzen zu kämpfen. - Foto: djd/SIGNUS Medizintechnik GmbH/thx

(djd). Das Kreuz mit dem Kreuz: Fast jeder dritte Bundesbürger hat aktuell mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Die Ursachen sind vielfältig, in 25 Prozent aller Fälle chronischer Schmerzen kann allerdings eine unerkannte degenerative oder entzündliche Erkrankung des Iliosakral-Gelenks verantwortlich sein. Dieses unscheinbare und von außen nicht sichtbare Gelenk am Übergang vom Rücken zum Becken kann im Falle einer Störung oder Blockade für starke Rückenschmerzen mit möglicher Ausstrahlung in das Bein oder die Leistenregion sorgen und somit extreme Einschränkungen im Alltag bedingen.

Umfassende Untersuchung notwendig

Bei anhaltenden Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule sollte man deshalb zur Klärung der Symptomatik eine ausführliche neurologische und orthopädische Untersuchung mit exakter Erhebung der Krankengeschichte durchführen lassen, empfiehlt Dr. Bahram Hashemi, Facharzt für Neurochirurgie am Hegau-Klinikum in Singen, allen Betroffenen. In der Regel seien auch radiologische Untersuchungen notwendig. „Die Beschwerden können durch eine Erkrankung der kleinen Wirbelgelenke, des Iliosakral-Gelenks oder des Hüftgelenks zustande kommen. Aber auch Bandscheibenvorfälle beziehungsweise Einengungen im Bereich des Wirbelkanals können Schmerzen im Rücken mit Ausstrahlung bis in die Beine verursachen“, betont Dr. Hashemi.

Speziell das Iliosakral-Gelenk ist eines der am meisten belasteten Gelenke des ganzen Körpers. Es ist bei jedem Schritt und jeder Drehung enormen Druck- und Zugbelastungen ausgesetzt. Um zu klären, ob eine Blockade des Iliosakral-Gelenks vorliegt, sollte man nach Ansicht von Dr. Pascal Militzer, niedergelassener Facharzt für Neurochirurgie in Heidelberg, möglichst einen Arzt aufsuchen, der sich mit der Behandlung der entsprechenden Beschwerden auskennt: „Empfiehlt der Facharzt eine rein auf Physiotherapie basierende Behandlung, sollte man diese in einer Physiotherapie-Praxis durchführen lassen, die mit der Behandlung dieser Problematiken ebenfalls gut vertraut ist.“

Schonendes neues Operationsverfahren

Schmerzen im Rücken oder dem Bein werden aber oft nicht korrekt dem Iliosakral-Gelenk zugeordnet. Für die Betroffenen kann dies einen längeren Leidensweg als nötig bedeuten. Dr. med. Volker Fuchs ist Orthopäde, Chirotherapeut und orthopädischer Rheumatologe und als Leitender Oberarzt am AMEOS Klinikum St. Salvator in Halberstadt tätig. Er betont: „Beschwerden, die vom Iliosakral-Gelenk ausgehen, sind unspezifisch und treten häufig im Verbund mit anderen Erkrankungen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.“ Vor allem wenn ein Arzt nicht mit der Möglichkeit vertraut sei, dass die Beschwerden vom Iliosakral-Gelenk ausgehen könnten, werde er möglicherweise eine weniger zielgerichtete Therapie verordnen.

Wird das Iliosakral-Gelenk als Ursache der Beschwerden sicher identifiziert, dann haben Patienten heute gute Chancen auf Heilung. Denn seit zwei Jahren gibt es unter dem Namen DIANA ein völlig neues, schonendes Operationsverfahren, das bereits mehr als 1.000 Patienten in Deutschland geholfen hat. Der Arzt gelangt über einen schonenden kleinen Schnitt im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule an das Iliosakral-Gelenk. Dabei wird dem Patienten ein Titanimplantat eingesetzt, um die schmerzhaften Knochen des Darm- und Kreuzbeins bis zur Einheilung der angelagerten Knochenspäne auf Distanz zu halten. So bleiben die Knochen dauerhaft in der richtigen Position und die Spannung des Beckengürtels nähert sich dem Zustand vor der Erkrankung an.

Operation erst nach Ausschöpfung sämtlicher konservativer Maßnahmen
Nach den Worten von Dr. Fuchs werde jedoch nur solchen Patienten zu dieser operativen Versorgung geraten, für die es nach Ausschöpfung sämtlicher konservativer Therapiemaßnahmen keine andere Behandlungsalternative mehr gebe. Alle Ärzte, die das Verfahren in Deutschland anwenden, würden im Rahmen eines Kurses speziell dafür ausgebildet. Aktuell nutzen es in Deutschland mehr als 50 wirbelsäulenchirurgisch tätige Ärzte seit mehr als zwei Jahren regelmäßig. „Sowohl gesetzliche als auch private Kassen übernehmen die Kosten der stationären Behandlung im Zusammenhang mit dem neuen Verfahren im Übrigen vollständig“, betont Dr. Fuchs.

Fakten in Kürze

Weitere Informationsquellen für Interessierte:

http://www.si-diana.de: Hier gibt es umfassende Informationen zu dem neuen Operationsverfahren und Hinweise darauf, welcher fachkundige Arzt dem betroffenen Patienten räumlich am nächsten ist. Auf der Seite findet man auch Erfahrungsberichte von Patienten, die sich der neuen Methode bereits unterzogen haben.

http://www.patientenforum-isg.de: Ein neues Forum, das sich produktneutral speziell mit Operationsverfahren des Kreuz-Darmbein-Gelenks befasst.

http://www.simeg-international.de: Homepage der „Sacroiliac Medical Expert Group“, einer medizinischen Expertengruppe zur Erforschung von Erkrankungen der Sakroiliakalgelenke und deren Behandlung.

http://www.agr-ev.de: Homepage der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) mit vielen Tipps, beispielsweise zur Prävention von Rückenbeschwerden.

http://www.experten-im-chat.de: Chatprotokoll mit Fragen/Antworten zum Thema.

 

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