Cholesterin – was Gene und Lebensweise bewirken

Cholesterin – was Gene und Lebensweise bewirken

Cholesterin – was Gene und Lebensweise bewirken

Ein einziger fetter Braten hat meist keine großen Auswirkungen auf den Cholesterinwert, wen man ansonsten gesund lebt. - Foto: djd/Amgen GmbH/Corbis

Der Lipidologe Professor Dr. med. Gerald Klose zu Risiken und Behandlung von Fettstoffwechselstörungen

(djd). Ein zu hoher LDL-Cholesterinspiegel im Blut kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt erheblich steigern. Auslöser der überhöhten Werte können laut dem Bremer Lipidologen und Internisten Professor Dr. med. Gerald Klose zum einen ein ungesunder Lebensstil mit zu fettreicher Ernährung und wenig Bewegung, zum anderen aber auch eine genetische Veranlagung wie die Familiäre Hypercholesterinämie sein. Liegt eine erbliche Belastung vor, sollte man frühzeitig eine Therapie beginnen, da eine Optimierung des Lebensstils hier nicht ausreicht.

Familiäre Vorbelastung erkennen

„Anzeichen einer Familiären Hypercholesterinämie sind auffällig früh auftretende Herzinfarkte und/oder deutlich erhöhte Cholesterinwerte in der Familie. Seltener, aber sehr typisch, können vermehrte Lipideinlagerungen in der Haut sein, sogenannte Xanthome. Diese können auch im Bereich der Augenlider auffallen und heißen dann Xanthelasmen“, so Klose. Ein LDL-Cholesterinwert von mehr als 190 mg/dl mache dann weitere Untersuchungen notwendig.

Wirksame Behandlung möglich

Steht der Befund fest, sollte eine geeignete Therapie eingeleitet werden. „Zusätzlich zu einer gesunden Ernährung hat die Medikamentengruppe der Statine bislang den größten Stellenwert in der Behandlung“, erklärt Klose. Diese seien nachweisbar wirksam bei der Senkung des LDL-Cholesterins und der damit verbundenen Verringerung des Herz-Kreislauf-Risikos und zudem gut verträglich. Auf welchen Zielwert das Cholesterin gesenkt werden müsse, hänge dabei vom Risiko des Betroffenen ab: „Ein hohes oder sehr hohes Risiko wird durch bestehende Arteriosklerose bedingte Erkrankungen, Herzinfarkte oder Stent-Therapien, Diabetes mellitus und genetische Faktoren wie die Familiäre Hypercholesterinämie bedingt“, erläutert der Facharzt. In solchen Fällen seien LDL-Cholesterin-Zielwerte von unter 100 mg/dl oder eine Absenkung der LDL-Konzentration um mehr als 50 Prozent anzustreben.

Sport ist immer gut

Die Einnahme von wirksamen Medikamenten ist aber kein Freibrief für Trägheit und fettes Essen, wie der Experte mahnt: „Ernährung und Sport haben bei der Vorbeugung oder Verhinderung eines schnellen Wiederauftretens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen sehr hohen Stellenwert, unabhängig von den Effekten auf die Blutfettwerte.“ Wenig tierische Fette, viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und regelmäßige Bewegung – etwa Spazierengehen, Radeln, Schwimmen oder Jogging – sind deshalb auf jeden Fall empfehlenswert.

Fakten in Kürze

Weitere Informationen:

Umfassende Informationen zu Fettstoffwechselstörungen finden sich auf der Website der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. unter http://www.lipid-liga.de. Tipps zu Ernährung und Bewegung gibt es auch bei Ratgeberzentrale.de. Hilfsangebote bei Familiärer Hypercholesterinämie bietet die Patientenorganisation Cholesterin & Co. unter http://www.cholco.org.

 
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