Entscheidung der Stiko pro Rotavirus-Impfung

Entscheidung der Stiko pro Rotavirus-Impfung

Entscheidung der Stiko pro Rotavirus-Impfung

Routinemäßiges Impfen für Säuglinge unter sechs Monaten wird empfohlen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt routinemäßig die Rotavirus-Impfung für Säuglinge unter sechs Monaten. - Foto: djd/GlaxoSmithKline

(djd). Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut hat die Rotavirus-Impfung von Säuglingen im Alter unter sechs Monaten in ihre Empfehlungen aufgenommen. Das primäre Ziel der Impfempfehlung ist, schwere Verläufe und damit die Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus zu verhindern. Zusätzlich wird dringend empfohlen, die Impfserie möglichst frühzeitig im Alter von sechs bis zwölf Wochen zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen (Bundesgesundheitsblatt 56: 955-956, 2013).

Impfung verringert Hospitalisierungsrate

Fast fünf von zehn der unter Fünfjährigen, die an einer Rotavirus-Infektion erkranken, müssen in Deutschland stationär behandelt werden. Durch die Impfung wird eine Hospitalisierung in neun von zehn Fällen vermieden. Dies ist ein ausschlaggebender Grund für die neue Empfehlung der Stiko (Bundesgesundheitsblatt). Den Kleinsten kann also ein schwerer Verlauf der Krankheit erspart werden, der eine große Belastung für das Kind und die gesamte Familie darstellt.

Bis zum fünften Lebensjahr erkrankt statistisch gesehen jedes deutsche Kind unabhängig von seinen Lebensbedingungen mindestens einmal an einer Rotavirus-Infektion. In deren Verlauf können bis zu 20 Brechdurchfall-Attacken am Tag auftreten. Dadurch ist eine rasche Dehydrierung, vor allem bei Säuglingen, möglich. In diesem Fall sind die intravenöse Zufuhr einer Elektrolytlösung und ein stationärer Aufenthalt unabdingbar. Da Rotaviren sehr resistent sind, kann eine Infektion, etwa durch Hygienemaßnahmen, nicht verhindert werden. Eine Impfung ist die einzige effektive Möglichkeit, einem schweren Verlauf vorzubeugen.

Frühzeitig impfen

Da sich bereits die Kleinsten anstecken können, sollte möglichst frühzeitig geimpft werden. Je jünger die Kinder bei der Infektion sind, desto schwerer ist der Verlauf, also die Anzahl an Brechdurchfällen. Die Schluckimpfung muss je nach verwendetem Impfstoff (zwei oder drei Dosen) bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche abgeschlossen sein. Im Falle der Verabreichung des 2-Dosen-Impfstoffs kann die Impfserie bereits in der zehnten Lebenswoche abgeschlossen werden.

Fakten in Kürze

Empfehlung auf allen Ebenen

(djd). Schon seit 2006 sind zwei Rotavirus-Impfstoffe auf dem europäischen Markt erhältlich. Diese wurden bereits vor der offiziellen Stiko-Empfehlung von den meisten Kinderärzten und vielen Institutionen empfohlen. Dazu gehören etwa die WHO (World Health Organization) und die Siko (Sächsische Impfkommission). Auch die meisten Krankenkassen haben sich entschieden, die Kosten für die Impfung zu übernehmen, eine Liste gibt es auf http://www.gesundes-kind.de. Viele Eltern haben sich schon vor der Empfehlung dazu entschlossen, ihre Babys gegen Rotaviren impfen zu lassen.

 

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