Vom Beckenrand in die Arztpraxis?

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Schwimmbadbesuche können mit Blasenbeschwerden enden

Nicht die Keime im Wasser sind schuld an einer Blasenentzündung, sondern eher die Verkühlung. - Foto: djd/Cystorenal-Forschung/Fotolia/Netfalls

(djd). Bei Gluthitze im Sommer gibt es nichts Schöneres, als in ein kühles Schwimmbecken abzutauchen. Doch der Badespaß hat für viele Frauen auch eine unangenehme Seite: Oft beginnt mit der Schwimmbadsaison die Zeit der wiederkehrenden Blasenentzündungen. Die Betroffenen leiden unter Unterleibskrämpfen und Brennen beim Wasserlassen. Tatsächlich können regelmäßige Schwimmbadbesuche Harnwegsinfektionen begünstigen. So gelangt bei jedem Schwimmzug Wasser in den Scheidenbereich. Vor allem Chlor- oder Meerwasser kann die Schleimhäute reizen. Die Haut trocknet aus und wird empfindlicher für Infektionen und das Eindringen von Keimen. Viele Badenixen legen sich nach dem Schwimmen in die Sonne oder setzen sich auf den kalten Beckenrand und lassen dabei die nasse Badekleidung auf der Haut trocknen. Wenn das Wasser verdunstet, entsteht jedoch ein Kältereiz, der die Gefahr einer Infektion zusätzlich erhöht. Stattdessen wäre es ratsamer, sich Bakterien und Chlorwasser von der Haut zu spülen und den nassen gegen einen trockenen Bikini auszutauschen.

Studie: Cranberry- und Kürbiskernextrakte hilfreich für die Blase

Ist die Blasenentzündung erst mal da, helfen oft nur noch der Gang zum Arzt und eine Antibiotikatherapie. So weit muss es jedoch nicht kommen. Die Natur hält Wirkstoffe bereit, die in einem frühen Stadium oder sogar vorbeugend eine Infektion lindern und verhüten können. „Eine besondere Rolle kommt hier den Cranberry-Extrakten zu“, erklärt Dr. Rainer Hartwich, Facharzt für Innere Medizin. Er untersuchte in einer aktuellen Studie an der Heinrich Mann Klinik in Bad Liebenstein die Schutzwirkung einer speziellen Kombination aus Cranberry- und Kürbiskernextrakten auf die Harnwege. Bereits nach einer dreitägigen Einnahme von „Cystorenal Cranberry plus“ (rezeptfrei in der Apotheke, Sieger Stiftung Öko-Test 2009) reduzierte sich der Bakterienbefall um rund 34 Prozent. Der Experte kam zu dem Schluss, dass das Präparat bei längerfristiger oder vorbeugender Einnahme einen „dauerhaften Schutz“ bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten bilden kann.

Fakten in Kürze

Richtige Hygiene beachten

Blasenentzündung ist ein typisches Frauenproblem – zwei von drei Frauen haben statistisch gesehen einmal im Leben eine Blasenentzündung. Auch hygienische Fehler können der Grund sein. Bei Frauen ist die Harnröhre mit 2,5 bis vier Zentimetern deutlich kürzer als die des Mannes (etwa 20 Zentimeter). Sie mündet in unmittelbarer Umgebung zu Darmausgang und Scheide. So gelangen Krankheitserreger aus diesen Regionen viel schneller in die Blase. Richtiges Abwischen – von vorne nach hinten – und die Reinigung mit sauberem Wasser können vorbeugen.

 

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